Zapping International - Polen

http://radiacja.blogspot.com/2012/11/zapping-international-polen.htmlDie Fernbedienung in der Hand, besucht "Zapping International" Familien, Alleinstehende, alte und junge Menschen in aller Welt und verbringt einen Tag mit ihnen - vor dem Fernseher. Sie zeigt, welche Sendungen in Rumänien Kult sind, worüber die Chinesen lachen und welche Stars den kenianischen Bildschirm bevölkern. Es wird spannend, denn obwohl Fernsehen eine kulturelle Tätigkeit ist, die mittlerweile fast alle Menschen miteinander teilen, ist es doch nirgendwo gleich.
(arte)
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Im welchem Land ist der aktuelle Serienstar ein Dorfpriester? Kollaborateur und Geheimakte - warum hört man diese Wörter in dem polnischen Talkshows heute immer wieder? Warum ist Polen das einzige Land indem die Zuschauer am Samstagabend mit Begeisterung ein Sendung über Europa schauen? Das alles erfahren Sie jetzt.

Bein Zappen durch die polnischen Fernsehkanäle können Sie mit etwas Glück so etwas sehen. So sieht das Spätabendprogramm bei Privatsender Polsat aus. (...) Dieser junge Mann ist Kuba Wojewodzki. Sein Prinzip - Leute auszuziehen, egal ob Politiker oder Star aus dem Showbusiness. Lenin, Che Guevara und Jimmy Hendrix stehen auf seiner Liste. Kuba provoziert gern und nimmt kein Blatt vor der Mund - einmal pro Woche im polnischen Fernsehen. (...)

"Es funktioniert nicht. Im Polen gibt es nicht genug Batterien. Ich habe schon immer gesagt, dass Fernsehen im Polen ist die maßen traurig, langweilig und angepasst, dass Leute wie ich die sich jegliche Kontrolle im Zogen haben als Exoten betrachtet werden. Wir sind seltsame Geschöpfe die die Gesellschaft durch ein Mikroskop betrachtet als kämen wir aus eine andere Welt."

Kuba ist tatsächlich eine Ausnahme Erscheinung im polnischen Fernsehen. Die polnischen Fernsehsendungen sind in der Regel angepasst, und sehr musikalisch. Eines des beliebtesten Programme in der Heimat Chopins heißt "Die singenden Klaviere". Eine weitere Besonderheit der polnischen Medienlandschaft ist der Papst. Der ehemalige polnische Papst aber auch der deutsche. Und hier noch einmal der ehemalige in einer Werbung für Medaillen. (..)
Wenn der aktuelle Papst über den ehemaligen spricht, macht das Schlagzeilen. "Direkt nach den Nachrichten sehen Sie ein Interview mit Benedikt den XIV., der über sein Vorgänger spricht." Den Papst sieht man überall - im religiösen Sendungen fragt man sich ob die Menschen sich noch an das erinnern, was Papst Johannes Paul sie gelehrt hat. "In dieser Wirtschaftszeitung die sich an Geschäftsleute und Unternehmer richtet, erscheint jeden Freitag ein Artikel über Johannes Paul den 2. und dessen Erbe."

Jan Pietrzak ist ein aufmerksamer Beobachter der polnischen Gesellschaft und der polnischen Medien. Seit 30 Jahren sind sie Thema in seinem satirischen Kabarett. "In den vergangenen 26 Jahren haben wir unter dem Einfluss eines großem Polen gelebt, Johannes Paul des 2. Er wurde von allen Polen geliebt und respektiert - von den Gläubigern und den Nichtgläubigern. In der Zeit des Übergangs vom Kommunismus zu Demokratie war Johannes Paul der 2. die einzige Persönlichkeit die in Polen nicht in Frage gestellt wurde."

Auch dieser Mann ist in Polen eine unumstrittene Autorität - Pater Antoni, Star der Serie "Das Pfarrhaus". Seit funf Jahren verfolgen die Polen die Erlebnisse des Dorfpriesters. Die Serie läuft dreimal pro Woche beim ersten öffentlich-rechtlichen Sender und berichtet über den Alltag einer Gemeinde. Hier empfängt Pater Antoni seinen Vikar, der ein kleines Problem hat. (..)
Wie der Vikar, sind auch die anderen Personen der Serie mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert. Die Geschichte spielt auf dem Land im Osten Polens, eine arme landwirtschaftlich geprägte Gegend, in der der Übergang zur Marktwirtschaft einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Der Schauspieler in der Rolle des Priesters spielt diesen so überzeugend dass man ihn für einen echten Priester halten möchte.
"In dieser Serie geht es um Moral und Verantwortung. Wir versuchen denjenigen den Weg zuweisen, die nicht oder nicht mehr zwischen Gut und Böse unterschieden können. Das ist das zentrale Thema. Wir zeigen normale Menschen die irgendwo auf dem Land leben und versuchen mit ihrem täglichen Problemen zurecht zu kommen. Der Priester dabei oft die Rolle eines Therapeuten. Er redet mit den Leuten, hört ihnen zu, und gibt ihnen Ratschläge."

"Natürlich gibt es auch in dieser Serie Probleme oder Liebesgeschichten, doch wir zeigen immer wieder was für den Menschen wirklich wichtig ist. Grünlegende Fragen wie: Wer bin ich? Für mich und fur die Anderen. Wie halte ich es mit der Moral, egal ob man gläubig ist oder nicht."

Priester oder nicht - im polnischen Fernsehen spricht man über gesellschaftliche Probleme und über Fragen der Ethik, das gab es bis vor kurzem nicht. Was das Fernsehen angeht ist Polen den anderen neuen Mitgliedsländer der EU weit voraus. Die 39 Mio. Zuschauer haben eine gute Auswahl: 2 öffentlich-rechtliche Sender, zwei private, eine Reihe regionaler Sender und über 60 Kabel- oder Satellitensender. Doch, überall hört man die gleiche Stimme. (...)

Egal ob Männer, Kinder, oder Frauen synchronisiert werden. Männer, Frauen, Gorillas - sie sprechen alle mit der gleichen Stimme! Genauso wie Al Pacino in "Scarface".


Diese Stimme gehört Maciek. Mann nennt ihn hier den Lektor. Er spricht alles mit derselben, monotonen Stimme, das ist die polnische Eigenart. Die Polen haben dieses Muster von der ehemaligen Sowjetunion übernommen und sie mochten es erstaunlicherweise beibehalten.

"Guten Tag, ich bin Andrzej, das ist meine liebe Frau Ela und das ist mein jüngste Sohn Artur." Andrzej ist Klempner, seine Frau Angestellte, sein Sohn - Friseur. Sie leben in einer einfachen Wohnung in Warschau und sind begeisterte Fernsehzuschauer. "-Ich finde es normal einen Vorleser zu hören und keine Untertitel zu sehen, so konzentriert man sich auf das was man hört und wird nicht durchs Lesen abgelenkt. Mann kann gleichzeitig Tee oder Kaffee kochen. Man hört trotzdem Alles. Man weiß was gerade passiert ob gerade viel Handlung ist oder nicht. Beim Lesen von Untertiteln wird man abgelenkt und verpasst die Handlung. -Mir gefällt es nicht wenn in einem amerikanischen Film ein bekannter polnischer Schauspieler, dessen Stimme ich kenne, wie zum Beispiel Cezary Pazura, einem Schwarzen oder einen Weißen oder wie noch immer synchronisiert. Wenn Cezary Pazura oder ein anderer bekannter Schauspieler jemanden synchronisiert klingt es komisch für mich. Es passt einfach nicht zusammen."

Im Polen werden Filme also weder synchronisiert noch untertitelt, doch das ist das einzige was aus der ehemaligen kommunistischen Zeit geblieben ist. (..) Das Land hat sich verändert seit damals, als ein strenger General im Fernsehen den Ausnahmezustand erklärt hat. Eines Tages, erklärte dann eine bekannte Schauspielerin folgendes: (...)

Das Propagandainstrument müsste seine Schuld eingestehen. (...) Seitdem hat sich das Fernsehen grundlegend verändert. Das sieht man vor allem an den Nachrichten. Wir sind in der Redaktion des Nachrichtensenders TVN24, dort treffen wir Marek Kasprzak, den Chefredakteur. "-In den letzten 15 Jahren haben sich das Fernsehen und die gesamte Medienlandschaft stark verändert. Heute arbeiten junge Leute hier. Sie haben noch nicht aus Journalisten unter dem alten System gearbeitet, bringen also keine Altlasten mit."

Die Fernsehnachrichten gehören heute zu den begehrtesten Programmen in Polen. Jeder terrestrischer Sender ist verpflichtet Nachrichten auszustrahlen. Der Arbeitstag in Polen beginnt früh, die Primetime für Nachrichten is deshalb schon um 17 Uhr. Jede Ausgabe dauert eine halbe Stunde. Den Anfang macht "Teleexpress" beim ersten öffentlich-rechtlichem Sender, um 18 Uhr zeigt das 2. Programm "Panorama", um 18:45 folgen die Nachrichten des Privatsenders Polsat, um 19 Uhr die Nachrichten des Privatsenders TVN, um 19:30 gibt es wieder Nachrichten bei den öffentlich-rechtlichen Programm.

Thema Nummer 1. sind im Moment die ehemaligen kommunistischen Spione. Akten der Geheimpolizei und Namenslisten wurden veröffentlicht, leider geht aus auf die Aufteilung der Namen nicht klar hervor wer Opfer und wer Täter war. "Das Interesse an den Akten des Landesarchivs ist besonders stark. Die Leute wollen wissen was die Geheimpolizei im ihre Akte vermärkt hat. Das hat die so genannte Wildsteinliste ins Rollen gebracht. "-Ich möchte meine Akte bekommen, um meinen Kindern zeigen zu können dass ihr Vater kein schlechter Mensch ist." Die Frage der Geheimakten wird in polnischen Fernsehen immer wieder ist behandelt. "-General Jaruzelski muss endlich zugeben dass die Akten gefälscht waren, das man die Menschen erpresst hat. Das ist was Lech Walesa heute verlangt."
'Was ist los in Polen?' - So heißt diese Sendung. Selbst bekannten Persönlichkeiten wird vorgeworfen sie hatten mit den Kommunisten zusammengearbeitet.
"Wie können Sie auch nur eine Sekunde lang solchen Unsinn glauben? Haben Sie irgendeinen Beweis dass ich kollaboriert habe? Dass ich auf deren Seite stand?" So auch den bekannten Schauspieler, Daniel Olbrychski. "-Mein Sohn hat von Nachbarn erfahren, dass auch ich auf diese Liste stehe. Er hat mich angerufen und 'Hallo, alter Kollaborateur!' gesagt. Er konnte darüber lachen. Aber ich möchte auf keinem Fall, dass man so etwas meinem Enkeln erzählt. Das wäre schlimmer als alles was ich unter der kommunistischen Geheimpolizei erlitten habe." "-Ich habe die Akte von Herrn Olbrychski gesehen. Es ist ganz klar: Er ist ein Opfer der kommunistischen Geheimpolizei."

"-Die kommunistischen Geheimagenten spielen im öffentlichen Leben noch immer eine Rolle, sogar auf der Ebene der Regierung. Die ganze Geschichte ist noch nicht abgeschlossen, man kann sie noch nicht abhaken. In den vergangenen Jahren haben sich die jeweiligen Regierungen immer geweigert, Informationen aus der Zeit des Kommunismus an die Öffentlichkeit zu bringen. Heute ist das nicht mehr möglich, die Emotionen sind zu stark. Die Menschen die damals gelitten haben verlangen Gerechtigkeit. In der Öffentlichkeit wird das Thema sehr kontrovers diskutiert. Soll man die ganze Wahrheit über der Kommunismus aufdecken, oder soll man das Kapitel einfach abschließen und nach vorne schauen."

Die Polen interessieren sich für alles, was ihnen jahrelang verheimlicht wurde. Diese Show hatte besonders viel Erfolg. Sie zeigte ehemalige Live-aufnahmen der Sitzungen des so genannten Rywingate-Untersuchung-Ausschusses. Es ging damals um die Untersuchung einer Korruptionsaffäre. Beteiligt sind: der Gute - ein bekannter Dezident, die Bösen - das ehemalige kommunistischer Regim und der Gauner - ein Kinoproduzent. Es ging um 70 Mio Dollar. Die Zuschauer verfolgen das ganze mit Spannung. "-Waren sie sich darüber im Klaren, dass die Korruptionsgeschäfte genau in dieser Sitzung abgeschlossen wurden an der auch Sie teilgenommen haben? -Was Sie sagen ist beleidigend für mich. Ich bin Abgeordnete genau wie Sie. Sie beleidigen mich und ich möchte Sie bitten, derartige Unterstellungen zu unterlassen. -Ich verstehe dass Sie mich nicht mögen, aber ich will die Wahrheit finden also bitte spielen Sie sich nicht so auf."

"-Diese Affäre hat besonders viel Aufsehen erregt, weil die Menschen zum ersten mal sahen was hinter den Kulissen der Politik und der Regierung passiert. Wer bei Korruptionsgeschäften die Fäden zieht, wie man die Medien kaufen kann, vor allem das Fernsehen. Die Leute sahen wie viele schmutzige Geschäfte da gemacht werden. Das Interesse der Zuschauer ist meiner Meinung nach positiv, wir haben viele interessante Dinge erfahren, und die Regierung hat sich danach mit ihren Machenschaften zurückgehalten."

Heute engagieren sich die Medien verstärkt im Kampf gegen Korruption und Skandale aller Art. Wiederholungen alter Aufnahmen kommen heute nicht mehr an, an ihre Stelle sind aktuelle Magazine getreten die intensive Recherche betreiben. Wie das Magazin "Uwaga!" beim Privatsender TVN, das täglich 45 Min. lang ausgestrahlt wird.
"-Im Polen gibt es leider sehr viel Korruption, vielleicht nicht so viel wie in Russland, aber trotzdem genug. Es ist wichtig diese Machenschaften zu zeigen und anzuklagen. Um Beweise zu erhalten, setzten wir versteckte Kameras ein. Für uns gibt es viel Arbeit, wir führen viele ganz unterschiedlicher Recherchen durch."

Hier sind die Reporter von Uwaga einen extremistischen katholischen Radiosender auf der Spur. Radio Maryja sendet regelmäßig illegale rassistische und antisemitische Aussagen, bisher ohne rechtliche Folgen. Die Reporter versuchen die Abgeordneten zu eine Stellungnahme zu bewegen. (...)

Skandale, Korruption, Wirtschaftskrise - von schlechten Nachrichten haben die Polen so langsam genug.


Sie suchen eine Welt, in die sie sich flüchten können. Eine Welt, die sie besser verstehen. Diese finden sie in den Fernsehserien. Auf den 4 nationalen Sendern gibt es pro Woche über 30 Serien zu sehen. 'L wie Liebe' - die Serie bei den Öffentlich-rechtlichen ist ein wahres Gesellschaftsphänomen geworden. Sie hat 10 bis 12 Mio. Zuschauer, ein Drittel der Bevölkerung, mehr noch als die großen Fußballspiele.
Es geht um die Geschichte einer Familie ohne Dramen und Tragödien. 'L wie Liebe' zeigt das alltägliche Leben und erreicht damit eine Zuschauerquote von 65 Prozent. (...)

Michał ist Restaurator, seine Frau betreut die Kinder. sie wohnen in einem luxuriösem Haus in Warschau, 'L wie Liebe' schauen sie gern. "-Solche Serien ermöglichen es uns ein bisschen in andere Welt zu flüchten und den Alltag zu vergessen. -Wir schauen uns gerne Serien an in den es um die Liebe geht. Um uns herum gibt es so viele Verbrechen, es gibt ein Prozess nach dem Anderen. Die Politiker beschimpfen sich und machen krumme Geschäfte. In den Serien können schlechte Menschen sich durch Liebe verändern oder sie bekommen was sie verdienen."

Für 'L wie Liebe wurden keine Mittel gescheut - Kinoteams und Außenaufnahmen mit Inbegriffen. Pro Woche werden 90 Minuten Sendezeit gedreht.
Er ist einer der Hauptpersonen - Steffen, ein junger Deutscher der nach Polen gekommen ist um ein kleine Stück Land und eine Frau zu finden. Er hat die jüngste Tochter der Familie geheiratet und er hat es geschafft das Bild der Deutschen in Polen zu verbessern. (...)

"-Hallo, ich heiße Steffen Möller. Ich bin der Deutscher und Schauspieler in der Serie 'L wie Liebe'. Bei den Person die ich spiele läuft alles schief. Meine Frau hat mich verlassen, ich weiß nicht ob ich in Polen bleiben oder nach Deutschland zurückkehren soll. Aber ich hoffe immer noch dass meine Frau zu mir zurückkommt. Das sage ich auch den Taxifahrern wenn sie mich fragen ob ich mich scheiden lasse oder ob ich bei meiner polnischen Frau Malgosia bleibe." "-Ich glaube dass Steffen jetzt von allen gemocht wird. Aber das war nicht immer so. In der Serie sieht man dass es schwer für ihn ist sich zu integrieren. Einige Dorfbewohner haben ihn nicht akzeptiert. Die Leute haben nicht gern einen Fremden als Nachbarn, ich sehe das natürlich nicht so. Aber ich glaube dass viele Polen lieber neben einen Landsmann wohnen."

Samstag Abend sind beim zweiten öffentlich-rechtlichen Programm jedoch ganz viele Ausländer zu sehen. In der Sendung "Liebenswürdiges Europa" berichten sie über ihre jeweiligen Heimatländer. Heute geht es um Schönheitsköniginnen und das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Die Nationalität der Teilnehmer ist offensichtlich. Er kommt bestimmt aus Norwegen. (...)

"-Hallo, ich bin der Franzose. Nein:) Polen war lange Zeit ein Auswanderungsland. Bevor Polen Mitglied der Europäischen Union wurde, sind viele Polen nach Kanada, in die USA, nach Frankreich, England oder andere Länder ausgewandert. Jetzt sehen die Polen dass es auch umgekehrt geht. Dass Ausländer nach Polen kommen. Sie kommen nicht nur aus armen Ländern, sondern aus Deutschland, England oder Frankreich. Sie interessieren sich für Polen und lernen sogar Polnisch. Ich glaube, das schmeichelt den Polen."

Die meisten der ausländischen Berichterstatter sind keine Medienprofis, sondern Menschen die in Polen leben und typisch für ihn Land sind. Ausgesucht werden sie vom Regisseur Leszek Komanski, auffallend dass sie sich gut in Polen auskennen. "-Den Polen gefällt es wenn jemand aus einen anderen europäischen Land unser Land beobachtet und richtig einschätzt. Sie sagen zum Beispiel: 'Ja, dieser Franzose hat Polen richtig verstanden - es stimmt, Gastfreundschaft ist wichtig für die Polen aber auch die Pantoffeln! Das hat er gut beobachtet. Er hat gesagt: 'Wenn man bei einer Familie eingeladen ist, muss man dort Pantoffeln einziehen.' Das hat er gut beobachtet"

"Das Liebenswürdige Europa" geht von Atlantik bis zum Ural. "-Bei uns in Russland gibt es sogar in Gefängnis Schönheitswettbewerbe, sie heißen 'Miss Gulag'. Das ist die diesjährige Gewinnerin. Sie wurde wegen Gewalttätigkeit zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt."

Man amüsiert sich, macht sich lustig, vor allem über sein eigenes Land. Das gefällt den Zuschauern. Hier ist (..) deutscher Vertreter. "-Beim Verhältnis zwischen Mann und Frau gibt es in Deutschland eine offizielle und eine inoffizielle Version. Offiziell, muss der Mann sensibel sein und bei den Hausarbeiten mithelfen, inoffiziell muss er ein echter Kerl sein."

"-Und wie sieht das in Frankreich aus, Benjamin? -Das hat sich vor 50 Jahren alles geändert. Die französischen Frauen von Heute können Autos reparieren, sie arbeiten und verdienen genauso viel wie die Männer, sie fluchen wie die Männer, interessieren sich für Fußball und kennen sich mit Wein aus. Ich möchte deshalb an alle Französinnen appellieren: Seid ein bisschen weiblicher! Lasst uns die Illusion dass wir echte Männer sind."

Zum Abschluss wird gesungen und die Polen sind zufrieden. Nach der Sendung können sie sich sagen: 'Bei uns ist es doch nicht so schlecht. Im Polen gibt es die schönsten Frauen und sie beneiden uns alle.' Und der Sender freut sich über die hohe Zuschauerquote.

"-Die Polen interessieren sich für Europa. Sie möchten erfahren wie es in den anderen europäischen Ländern aussieht, das ist sehr positiv. Hier spielen das Fernsehen und die Medien allgemein eine wichtige Rolle. Durch das, was die Menschen sehen, lernen sie dass sie keine Angst vor Ausländer haben müssen. Sie werden offener und lernen über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dass wiederum hilft den Rassismus abzubauen ein für alle mal. In diesem Sinn spielt das Fernsehen eine wichtige Rolle."

Die Polen haben viele Anhaltspunkte verloren. Sie müssen sich erst an das neue System bewohnen, das Fernsehen hilft ihnen dabei. Es tut alles um ihr Selbstbewusstsein zu starken.

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